Partnerstadt Fredericksburg

Partnerstadt Fredericksburg

Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Stadt Fredericksburg aus deren Homepage.

Fredericksburg wurde am 8. Mai 1846 von deutschen Einwanderern gegründet. Die ersten Siedler, deren Reise von der „Gesellschaft zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas“, kurz „Mainzer Adelsverein“, organisiert worden war, ließen sich in einem Gebiet nördlich des Pedernales River nieder. Die Lage des Ortes zwischen zwei Bachläufen war von John O. Meusebach ausgewählt worden. Der gebürtige Dillenburger nannte die Siedlung „Friedrichsburg“.

Der Name, der zu Ehren des Prinzen Friedrich von Preußen ausgesucht worden war, wurde später zu Fredericksburg umbenannt.

Damals erhielten die frühen Siedler in der Stadt ein Grundstück sowie ein 10 Acre (4,04686 ha bzw. 40468.6 m²) großes Stück Land außerhalb der Stadt. Dort bauten sie Mais an, errichteten Lagerhäuser, die auch zum Schutz der Vorräte und für den Handel bestimmte Warenbestände dienten, und bereiteten sich auf die Ankunft weiterer Einwanderer vor, die meist während des Sommers ins Land kamen. Gemäß der ersten Volkszählung hatte Fredericksburg im Jahr 1850 exakt 754 Einwohner, während in der Region des Gillespie County insgesamt 1.235 Siedler lebten.

Am 1. März 1847 traf sich Otfried Hans von Meusebach (In Texas auch John O. Meusebach genannt) unbewaffnet mit etlichen Stämmen der Komantschen, um einen Vertrag zwischen den Indianern und der Stadt Fredericksburg auszuhandeln. Meusebach schlug einen „Vertrag“ vor. Um das Land entlang des Flusses Llano von den Stadtbewohnern bewirtschaften zu dürfen, sollten sich die Komantschen jederzeit in der Gemeinde Fredericksburg frei bewegen dürfen. Um sein Angebot zu untermauern, versprach er den Indianern, die Stadt werde in Hungerzeiten mit Getreide aushelfen und im Gegenzug dafür Wild, Honig und Bärenfett eintauschen. Am Ende war man sich einig und rauchte die Friedenspfeife².

Einzig gültiger Friedensvertrag mit Indianern
Eine Skulptur, die in Fredericksburg als Nachstellung des Friedensvertrages zwischen Meusebach und den Komantschen dient.

In den ersten Jahren wuchs die Einwohnerzahl der Stadt stark an.

Innerhalb von zwei Jahren entstand die erste Straßenverbindung von Fredericksburg nach Austin. J. L. Ransleben betrieb den ersten Laden in der Stadt und die Familie Nimitz¹ eröffnete ein Hotel, das schnell zur berühmtesten Adresse in Zentraltexas wurde.

Um die Siedler vor Übergriffen von Indianern zu schützen und neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, errichtete die US-Regierung 1848 das Fort Martin Scott. Laut einer Volkszählung von 1850 beherbergte das Fort damals 100 Männer, vier Offiziersfrauen und sieben Kinder. Es wurde 1853 geschlossen, ohne dass auch nur ein einziger „Vorfall“ – etwa ein Angriff von Indianern – aufgezeichnet worden wäre.

Religion war für die deutschen Siedler der Gillespie-Community ein fester Bestandteil ihres Lebens. Man nahm an Gottesdiensten in der Vereinskirche teil, wobei das Gotteshaus auch als Schule und Versammlungsort diente. Oft fuhren die frommen Bauern aus der Umgebung bis zu 20 Meilen weit, um in der Stadt die sonntägliche Messe zu feiern, und nicht selten halfen sie auch beim Bau der „Fredericksburger Sonntagshäuser“, wie sie in den Gemeinden genannt wurden. Die ersten Schulen, eine staatliche und eine katholische, wurden 1856 in Fredericksburg eröffnet, und als erste Zeitung in der Region erschien 1877 das „Fredericksburger Wochenblatt.“

Mit der Zunahme der – ursprünglich deutschen – Bevölkerung ließen sich bald auch Menschen anderer Nationalitäten und größere Firmen in der Region nieder. Der erste Gillespie County Fair fand 1881 im Fort Martin Scott und dann ab 1889 in Fredericksburg statt.

Die Stadt bekam 1896 ihr erstes Elektrizitätswerk und 1907 ihre erste Eisfabrik. Sieben Jahre danach, am 17. November 1913, wurde die „Northern Railway“ an Fredericksburg angeschlossen, und wiederum vier Jahre danach wurde diese erste Eisenbahnverbindung in „Fredericksburg and Northern“ umbenannt (sie blieb übrigens bis 1942 in Betrieb). Die landesweite Volkszählung des Jahres 1930, es war die erste, in die Fredericksburg einbezogen war, ergab eine Einwohnerzahl von 2.416. 50 Jahre später wurden schon 6.412 Bewohner gezählt, und nach der letzten offiziellen Zählung aus dem Jahr 2013 lebten 10.829 Menschen in der Stadt.

Über die Jahre wurde Fredericksburg zum wichtigsten Fertigungs- und Produktionsstandort im Gillespie County. Die Stadt beherbergte zahlreiche Metall- und Eisenhüttenwerke, eine Möbelfabrik, ein Zementwerk, eine Geflügelverarbeitungsanlage, Granit- und Kalksteinbrüche, eine Matratzenfabrik, eine Erdnussölfabrik, eine Näherei und eine Gerberei.

Bereits in den1850er Jahren war Fredericksburg ein beliebter Zwischenstopp auf dem Weg nach Westen geworden. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts setzte auch in Texas der moderne Tourismus ein und entwickelte sich zu einem bis heute florierenden Industriezweig. Die Historische Gesellschaft des Gillespie County pflegt das historische Erbe und hält mit einem Museum, öffentlichen Veranstaltungen und Gemeinschaftsinitiativen die Erinnerung an die Geschichte der Stadt lebendig. Das ehemalige Hotel Nimitz, das zu einem Nationalmuseum umfunktioniert wurde und Dokumente und Objekte zum Krieg im Pazifik zeigt, lockt jährlich über 150.000 Besucher in die Region.

Fredericksburg bietet zahlreiche Veranstaltungen zur Geschichte und Gegenwart, die Einheimische und Auswärtige, zuweilen auch Besucher aus dem Ausland, gerne wahrnehmen. Jedes dritte Wochenende im August findet hier der Gillespie County Fair, ein weithin bekannter Markt, statt. Das Messegelände ist im Sommer Schauplatz von Rennen oder anderen Veranstaltungen wie der sogenannten „Hunter-Jumper Horse Show“. Weitere Attraktionen sind natürlich das jährlich stattfindende Oktoberfest sowie Food-and-Wine-Feste, zu denen Gastronomiebetriebe in die Stadt einladen.

In Fredericksburg kann man auch noch das sogenannte Texasdeutsch hören, was von den lokalen Dialekten der damaligen Auswanderer gebildet wurde. Ein Wort ist z.B. die Stinkkatz. Zur Zeit der Einwanderung hat man natürlich noch keine Stinktier gekannt. Da es wohl auf den ersten Blick wie eine Katze aussah und zudem keinen besonders guten Geruch absonderte, kamen die Menschen auf diesen doch ein wenig schöneren Namen für das Stinktier. 😉
Luftschiff ist auch ein solcher Begriff, gemeint ist das Flugzeug.
Leider wird dieser Dialekt hauptsächlich von den älteren Nachfahren (Enkel) der Auswanderer gesprochen, und es ist zu befürchten dass er über kurz oder lang ausstirbt. Die Kinder, die nun Deutsch lernen, werden in der Schule natürlich Hochdeutsch gelehrt.

Über die vielen Jahre konnten wir so einige Geschichten aus dem wahren Wilden Westen sammeln und hoffen hier in Zukunft noch weitere Wörter und Geschichten in Texasdeutsch in einem kleinen Texasdeutsch-Wörterbuch auflisten zu können.
Eine besondere, wahre Geschichte, die es uns angetan hat (neben dem Friedensvertrag von Meusebach), ist z.B. die der Deutschen, die nicht am Krieg teilnehmen wollten und vor den Texas Rangers flüchteten. Ein interessanter Stoff für einen echten Western, wie ihn John Wayne nicht besser hätte spielen können.
Eine Doku wurde darüber produziert, hier ein kurzer Ausschnitt.

Karte von Fredericksburg

Übernachtungstipps

Leider können wir hier nicht alle Unterkünfte in der Stadt aufzählen, aber zwischen Motel bis Hotel und selbst Parks für Wohnmobile finden Sie alles in Fredericksburg.
Eine besondere Art der Unterkunft sind aber die sogenannten Sunday-Häuser (Sunday Houses). Diese urigen Häuser dienten den Farmern damals als Wochenendunterkunft, um die geernteten Produkte auf dem Markt zu verkaufen und am Gottesdienst teilnehmen zu können, ohne danach direkt wieder den weiten Weg zum eigentlichen Wohnort in den eigenen Feldern aufnehmen zu müssen.

Gruppenreisen nach Fredericksburg

Sollten Sie an einer unserer Touren nach Fredericksburg teilnehmen wollen, schauen Sie doch auch in unseren Veranstaltungskalender, um zu sehen, wann die nächste Gruppenreise geplant ist. Wir hoffen natürlich auch dass die derzeitige Coronasituation sich möglichst bald entschärft und ein entspanntes Reisen wieder möglich wird.

Anhang

¹ Wer bei dem Namen Nimitz an den Admiral denkt, unter dessen Oberbefehl in Hawaii während dem zweiten Weltkrieg die Japaner wieder zurückgedrängt und geschlagen wurden, ist auf der richtigen Fährte. Chester W. Nimitz wurde in Fredericksburg geboren.
² Der Vertrag zwischen Meusebach und den Komantschen ist einer der wenigen Friedensverträge zwischen Weißen und Indianern, die nie gebrochen wurden.

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